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Schweine

© L214 Éthique & Animaux

Eine neue Studie zeigt, dass Schweine kluge und sensible Tiere sind, die mitfühlen, wenn ein anderes Schwein leidet. In Experimenten zeigten sich die Tiere sogar empfänglich für menschliche Gefühle. Die intelligenten Tiere sind außerdem auch sehr gesellig. Wissenschaftler fanden heraus: kein Schwein möchte alleine sein. Trotz all ihrer liebenswerten Eigenschaften und ihrer beeindruckenden Intelligenz, sieht der Mensch in ihnen nur ein Lebensmittel und hat ihnen alles genommen, was ihr Leben in Freiheit ausmacht.

„Mastschweine"
So genannte „Mastschweine" leben zu Tausenden in geschlossenen Ställen, die mit Vollspaltenböden ausgestattet sind. Das sind Betonstege getrennt durch schmale Spalten als Durchlass für Kot und Harn. Die Tiere verbringen ihr ganzes Leben auf hartem Beton, denn die Böden werden nur in seltenen Fällen mit Einstreu bedeckt. Gewöhnlich werden die Schweine in Gruppen von 12–20 Tieren gehalten. Zunehmend gibt es aber auch Gruppengrößen von bis zu 350 Schweinen. In den Ställen herrscht drangvolle Enge: Einem Schwein mit einem Körpergewicht von über 50 –110 kg steht eine Fläche von gerade einmal 0,75 m² zu, einem Schwein über 110 kg auch nur 1 m². Eng aneinander gepfercht, können sie sich kaum frei bewegen, zurückziehen oder ausruhen und hinlegen.

Junge Ferkel werden kurz nach ihrer Geburt ohne Betäubung kastriert um dem späteren „Ebergeruch" im Fleisch vorzubeugen. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist dies ein äußerst schmerzhafter Eingriff, der in Irland und in England verboten ist. Die Kastration führt häufig zu anhaltenden Schmerzen.
In der Intensivmast werden die Schweine innerhalb von 6 Monaten auf ein „Endgewicht" von 110 – 130 kg hochgemästet. Dann geht es zum Schlachthaus. Laut Angaben des Statistischen Bundesamts wurden 2013 fast 60 Millionen Schweine in Deutschland geschlachtet.

Aufgrund der katastrophalen Haltungsbedingungen kommt es zu Aggressionen, daher wird den Ferkeln der Schwanz ohne Betäubung abgezwickt („kupiert") und die Zähne abgeschliffen. Laut der EU-Richtlinie zur Schweinehaltung ist das Kürzen von Schweineschwänzen verboten. Nur im Ausnahmefall darf in den ersten Lebenstagen kupiert werden. Obwohl es das Gesetz schon seit vielen Jahren gibt, wird in Deutschlands konventionellen Schweinezuchtbetrieben in der Regel allen Schweinen der Schwanz gekürzt. Neben einer Prämie für unversehrte Ringelschwänze diskutieren Politiker nun auch über ein Verbot, wie es Bundesagrarminister Schmidt angedroht hat, falls die Landwirte nicht freiwillig bis 2016 aufs Kupieren verzichten.

Die industrielle Schweinehaltung führt jedoch nicht nur zu Frustration, Stress und Verhaltensstörungen, sondern macht die Tiere auch krank. Bis zu 13 Prozent der "Schlachtschweine" weisen entweder Lungenschädigungen, Brustfellentzündungen, Leberschäden durch Parasitenbefall oder Zeichen von Herzbeutelentzündung auf. Ursache der Lungenschäden (und Herzbeutelentzündungen) sind häufig Mischinfektionen, die durch die stark ätzende, ammoniak-, staub- und keimbelastete Luft im Stall begünstigt werden. Die Leberschäden sind auf in die Ställe eingeschleppte und „reinigungsresistente" Parasiten wie Magen- und Darmwürmer oder deren Vorstadien zurückzuführen.

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Muttertier („Zuchtsau")
Weibliche Tiere, die für die Zucht bestimmt sind, werden nach der künstlichen Befruchtung meist einzeln in einem Kastenstand aus Metall gehalten, der kaum größer ist als das Tier selbst und in dem es sich nicht einmal umdrehen und kaum einen Schritt rückwärtsgehen kann. Die EU-Schweinehaltungsrichtlinie schreibt vor, dass weibliche Tiere während jeder Schwangerschaft etwa acht Wochen auch in Gruppenhaltung gehalten werden sollen. Doch noch nicht alle Betriebe in Deutschland halten sich an diese Regelung. Kurz vor der Geburt kommen die Muttertiere in das „Abferkelgitter" und sind hier durch eine Metallabsperrung von den Neugeborenen getrennt. Nur ein schmaler Spalt ermöglicht es den Ferkeln Muttermilch zu trinken. Nach 4 Wochen werden die Jungtiere von ihrer Mutter getrennt. Diese kommt sofort in den Kastenstand zurück und wird nach wenigen Tagen neu besamt. Nach durchschnittlich 5 oder 6 Schwangerschaften ist sie körperlich am Ende und kommt zum Schlachter.

In Freiheit

Wie ihre Verwandten die Wildschweine, sind auch domestizierte Schweine überaus intelligente Tiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten, die in Gruppen leben, die hierarchisch geregelt sind. Territorialität, Revierbesitz, Alter und Körpermasse spielen hierbei eine wichtige Rolle. Schweine leben meistens in Familiengruppen, die aus mehreren weiblichen Tieren und ihren Jungtieren bestehen. Diese werden in der Regel vom ältesten und erfahrensten Muttertier, der sogenannten Leitbache, angeführt. Schweine suhlen sich gerne im Schlamm. Das kühlt ab, macht sie sauber und entfernt lästige Insekten. Obgleich Schweine gesellig sind und bei Kälte wärmend zusammenrücken, brauchen sie auch einen Rückzugsort. Diesen halten sie sauber, trocken und frei von Ausscheidungen. Schweine sind omnivor (Allesesser) und verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit, nach Nahrung zu suchen. So laufen sie stundenlang und mehrere Kilometer am Tag und wühlen dabei ständig mit dem Rüssel im Boden auf der Suche nach leckeren Knollen, Würmern, Wurzeln, Eicheln, Kastanien, Äpfeln und Kürbissen. Dabei hilft ihnen ihr guter Geruchssinn, die im Boden versteckte Nahrung aufzustöbern.

Weibliche Tiere bauen sich vor der anstehenden Geburt ein Nest, und ziehen sich aus der Gruppe zurück um sich intensiv auf die Geburt vorzubereiten. Nach 4 Monaten Tragzeit bringt das Muttertier 10-12 Ferkel auf die Welt und verbringt die ersten zwei Wochen dann ausschließlich mit ihrem Nachwuchs. Das Nest ist groß genug um sich darin umzudrehen. Sie stillen ihre Kinder etwa 3 – 4 Monate lang. Schweine können 12 Jahre alt werden.

© L214 Éthique & Animaux

Alternativen zu Schweinefleisch
Es gibt leckere „Vürstchen, Schnitzel und Vleischkäse", die rein vegan, aus Seitan (Weizeneiweiß), Soja, Lupine oder auch nur aus Gemüse hergestellt werden. Im Bioladen und im Internet gibt es zahlreiche Informationen und Variationen, für Groß und Klein und ganz sicher für jeden Geschmack.


Report Mainz: Ferkel werden weiterhin qualvoll getötet

2014 lösten Recherchen von REPORT MAINZ eine breite Debatte über den Umgang mit Ferkeln und die Zustände in deutschen Schweinezuchtanlagen aus. Der Bundeslandwirtschaftsminister versprach mehr Tierschutz. Wurde das Versprechen eingelöst, haben sich die Zustände gebessert?

Report Mainz hat wieder recherchiert. 3 Beispiele aus Betrieben zeigen bisher unveröffentlichtes Bildmaterial von Animal Rights Watch. Es sind schockierende blutige Bilder zu sehen. Bei heimlich gedrehten Aufnahmen werden Ferkel gegen den Kopf geschlagen, die Kehle durchgeschnitten und dann in Eimer geworfen. Teilweise bewegen sich die Ferkel noch. Nach Dr. Cornelie Jäger handelt es sich hier um Tierquälerei und damit ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Weitere Bildsequenzen werden von der Moderatorin mit den Worten eingeleitet 'Es folgen extrem verstörende Bilder, sensible Menschen sollten nicht hinsehen'.

Fazit: Trotz Versprechen der Politik, Ferkel werden weiterhin qualvoll getötet.

Mehr Informationen zu der Recherche von Report Mainz vom 12.01.2016 finden Sie hier: SWR


Das unvorstellbare Leiden der Schweine

In vielen deutschen Schweineställen herrschen nach wie vor grauenvolle Zustände. Eine aktuelle Undercover-Recherche der beiden Tierrechtsorga­nisationen ARIWA (Animal Rights Watch) und Animal Equality in vier Bundesländern, die auch in den ARD-Tagesthemen gezeigt wurde, zeigt er­schütternde Szenen aus dem Alltag der gequälten Tiere.

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