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Philosoph Richard David Precht: „Kraken essen geht gar nicht!“

In einem Interview von Oktober 2015 mit der FAZ erklärt der Philosoph Richard David Precht "Kraken essen geht gar nicht (...) ein Octopus ist ein unglaublich komplex entwickeltes Wesen, das ist der Mensch des Meeres. (...) Oder Elefantenrüsselfische. Sie haben im Verhältnis zum Körpergewicht das größte Gehirn aller Lebewesen im Tierreich."

Tatsächlich sind Kraken hochintelligente Tiere: Sie sind bislang die einzigen Wirbellosen, die Werkzeuge benutzen, zum Beispiel bauen sie Häuser aus Kokosnussschalen und tragen gerne Steine mit sich herum, sie sind neugierig, zeigen Spielverhalten und öffnen Deckel mit Schraubverschluss um an Futter zu kommen.

In einem Artikel in der Zeitschrift Bild der Wissenschaft werden Forscher zitiert, denen zufolge die Größe des Krakengehirns der Gehirngröße von Wirbeltieren entspricht. Nach Schätzung der Wissenschaftler enthält es zwischen 170 und 300 Millionen Neuronen im Gehirn und 300 Millionen Neuronen in den Armen.

Natürlich interessieren sich Wissenschaftler für die Funktion von Krakengehirnen, doch da Kraken als Weichtiere keine Knochen haben, nehmen sich die Oktopusse (erfreulicherweise) die Kabel vom Kopf. Das ist wirklich intelligent. Wenn Forscher da von „einer niederen Form der Intelligenz sprechen“ klingt das in Anbetracht der tatsächlichen Kapazitäten eher nach einer Beleidigung.

© Tierrechte Baden-Württemberg