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Tierleid vs. Menschenfreud – Ein Kommentar von Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. zur lebenden Krippe auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt

2022-11-18 09:48

Anlässlich der lebenden Krippe auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt haben wir heute die folgende Pressemitteilung versendet.

In wenigen Tagen beginnt der Stuttgarter Weihnachtsmarkt. Mehr als 3,5 Millionen Besucher*innen werden sich in den kommenden Wochen durch die Gassen und zwischen den engen Marktständen entlangschieben. Zwischen all dem Trubel sollen in der Zeit zwei Lämmer, sowie zwei Schafe und ein Esel zur Unterhaltung der Kinder beitragen. Nahe der hochfrequentierten Markthalle müssen die Tiere während der gesamten Weihnachtsmarktzeit in einer „Lebenden Krippe“ ausharren. Für die Tiere der pure Stress.

Das deutsche Tierschutzgesetz besagt, dass Personen, die Tiere halten oder betreuen, dafür verantwortlich sind, diese entsprechend angemessen zu ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen. Außerdem muss jedes Tier die Möglichkeit haben, sich artgemäß zu bewegen. „Ein Zur-Schau-stellen, wie auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt, dürfte nicht erlaubt werden, da die tier-und verhaltensgerechte Unterbringung nicht gewährleistet werden kann “, so Stephanie Kowalski, Tierärztin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Verein Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg. „Nicht nur, dass die dort eingepferchten Tiere meist viel zu wenig Bewegungs-, und Rückzugsmöglichkeiten haben, oft werden sie von den Weihnachtsmarktgäste mit Lebkuchen, Pommes & Co gefüttert, was zu gesundheitlichen Problemen, wie Pansenacidosen und Koliken bis hin zu Todesfällen führen kann. Nicht zuletzt besteht leider immer die Gefahr, dass angetrunkene Besucher*innen den Tieren „aus Spaß“ Leid zufügen, indem sie sie beispielsweise freilassen, im Gehege umher jagen, versehentlich das Stroh in Brand setzen oder ähnliches.“


Für Tiere sind hochfrequentierte Weihnachtsmärkte keineswegs eine besinnliche Zeit. Immer mehr Weihnachtsmärkte geben dem Tierschutz Vorrang und setzen auf Krippen mit Holzrequisiten.

Aber nicht nur für Schaf und Esel, auch für Hunde ist ein Gang durch das Gedränge mit enormem Stress verbunden. Der Tierrechtsverein appelliert daher an alle Hundehalter*innen, ihre Vierbeiner Zuhause im Warmen zu lassen, wo sie sich sicher fühlen und ihnen niemand auf die Pfoten tritt oder sie schubst. Im Übrigen bieten viele Weihnachtsmärkte mittlerweile auch pflanzliche Leckereien für Tierfreund*innen an.


Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. wünscht allen eine friedliche Adventszeit!

 

 

Auch Sie können den Veranstaltern schreiben, dass Sie sich im nächsten Jahr einen Weihnachtsmarkt ohne lebende Krippe wünschen: weihnachtsmarkt@in.stuttgart.de

 

 

 

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© Tierrechte Baden-Württemberg

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