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Kastenstände abschaffen: Lasst die Sau raus!
Update 10. Juni 2020

Unsere Brief-Aktion war sehr wirkungsvoll. Wir haben von einigen Politiker*innen Rückmeldungen darauf erhalten.
Auch Thekla Walker, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die GRÜNEN im Landtag von Baden-Württemberg und tierschutzpolitische Sprecherin, ließ unserem Verein einen ausführlichen Brief zukommen.

 

"Der Kastenstand gehört schnellstmöglich abgeschafft. Er darf nicht mit einer Neufassung der Verordnung fortgeschrieben werden, dafür setzen wir uns auf allen Ebenen – auch innerhalb der Koalition mit der CDU - vehement ein."

Thekla Walker, Bündnis 90/Die GRÜNEN


Wir hoffen inständig, dass die Politiker*innen Ihre Stimme, bei der bevorstehenden Abstimmung über die Neuregelung der Nutztierhaltungsverordnung, für die Tiere nutzen werden!

Antwortschreiben von Thekla Walker >>

Kastenstände abschaffen: Lasst die Sau raus!

Nach wie vor ist keine Entscheidung darüber gefallen, wie die Sauenhaltung in Deutschland in Zukunft aussehen wird. Die Verhandlungen zwischen Bund und Ländern laufen weiter. Mehrfach wurden die Verhandlungen dazu vertagt. Mit einer Entscheidung ist frühestens am 3. Juli 2020 zu rechnen.

 

Offener Brief an die Landes- und Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Insbesondere von den Grünen erwarten wir, dass sie bei diesen Verhandlungen für den Ausstieg aus der tierschutzwidrigen Kastenstandhaltung kämpfen.
Daher hat Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg sich in einem offenen Brief gemeinsam mit vielen weiteren Organisationen an die Landes-und Fraktionsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Bundesländern gewandt:

"Kastenstand abschaffen – Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten im Bundesrat!

Geben Sie den Tieren Ihre Stimme. Nutzen Sie Ihr Mandat, um sich für den Ausstieg aus der tierschutzwidrigen Kastenstandhaltung einzusetzen! Sie, als Fraktionsvorsitzende, können sich dafür stark machen, dass der Kastenstand schnellstmöglich verboten wird. Bitte setzen Sie ein Zeichen für den Beginn einer echten Agrarwende im Sinne des Tierschutzes.

Der Kastenstand muss, wie alle anderen Käfige auch, schnellstmöglich verboten werden. Bitte setzen Sie sich deshalb im Sinne der Tiere für den sofortigen Ausstieg aus der Kastenstandhaltung ein."

Den offenen Brief finden Sie in voller Länge ganz unten auf dieser Seite (als pdf-Dokument zum Download).

 


Hintergrundinformationen

Für Millionen Sauen ist dies grausamer Alltag: Gefangen in engen Metallkäfigen, unfähig sich zu bewegen. Dieses tierquälerische Dasein betrifft über zwei Millionen Sauen in Deutschland. Die sogenannten Zuchtsauen müssen die Hälfte ihres ohnehin kurzen Lebens als Gebärmaschinen in diesen Kastenständen verbringen. Möglichst viele Ferkel sollen platzsparend und mit möglichst wenigen Verlusten „produziert“ werden. Wirtschaftlichkeit ist das was zählt. Dass die Sauen sich in diesen Gefängnissen weder umdrehen, noch ihre Beine in Seitenlage ungestört ausstrecken können, interessiert die Industrie nicht.

Magdeburger Urteil

Der § 24 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung besagt, dass „Kastenstände so beschaffen sein müssen, dass jedes Schwein ungehindert aufstehen, sich hinlegen sowie den Kopf und in Seitenlage die Gliedmaßen ausstrecken kann“ und dass deshalb der Umbau der Kastenstände unverzüglich und ohne langjährige Fristen erfolgen muss.

Das sogenannte Magdeburger Urteil vom 24. November 2015 schaffte Rechtssicherheit über die Auslegung dieses Paragraphen.

Verfassungswidrige Neuregelung

Obwohl die entsprechende Vorgabe durch §24 der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vorhanden ist, wird dies von den meisten Betrieben schlichtweg nicht in die Praxis umgesetzt und die Rechtsprechung ignoriert.

Die illegale, aber dennoch gängige Praxis soll nun durch die geplante Neuregelung der Kastenstand-Haltung legalisiert werden. Hierfür will Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner den entsprechenden Satz aus der Nutztierhaltungsverordnung einfach streichen.

Dieses Vorhaben ist eindeutig verfassungswidrig, da im Tierschutz das Verschlechterungsverbot gilt.


Wir alle sind Teil der Lösung!

Kürzere Zeitspannen in den Kastenständen, sowie mehr Bewegungsfreiheit für die Sauen stellt zwar eine Verbesserung für die Tiere dar. Dennoch kann von artgerecht und tierfreundlich keine Rede sein. Sie werden als Produkt in der Lieferkette gesehen, nicht als fühlende Lebewesen. Wenn sie ihren zugedachten Zweck erfüllt haben oder nicht mehr wirtschaftlich genug sind, werden sie getötet. Unser Einsatz für das Ende der Kastenstandhaltung kann daher nur ein kleiner Schritt auf einem weiten Weg sein. Sie können uns auf diesem Weg unterstützen, indem Sie sich bewusst für eine pflanzliche Lebensweise entscheiden. Vielen Dank!

Hier können Sie unseren Brief in voller Länge lesen

© Tierrechte Baden-Württemberg